Advanced Studies Standards

Einleitung

Der Begriff «Advanced Studies» steht für ein fortschrittliches, hochstehendes und gut erprobtes Weiterbildungssystem, dessen Lernarchitektur in der Regel spezifisch auf die Bedürfnisse von berufstätigen Persönlichkeiten mit gleichwertigen Ausbildungen auf tertiärem Niveau zugeschnitten ist. Die Studiengänge visieren neben soliden Fachkenntnissen ein über Fachgrenzen hinausgehendes, Zusammenhänge stiftendes Wissen sowie die wissend-verstehende Anwendung der Lerninhalte, also ihre praktische Integration ins berufliche Handlungsrepertoire, an.

Forschung und Bildung sind Schlüsselelemente unserer stark auf Wissen basierenden Gesellschaft. Moderne Gesellschaften sind in besonderem Mass auf die Kombination von fachspezifischen und allgemeinen Fähigkeiten bei allen angewiesen, die sich am sozialen und wirtschaftlichen Wertschöpfungsprozess beteiligen. Um Lösungen für die heutigen und bevorstehenden Probleme von Gesellschaft und Wirtschaft zu finden, bedarf es der Fähigkeit zur kritischen Reflexion und zur übergreifenden interdisziplinären, offenen Kooperation und Kommunikation.

Mit dem raschen Wandel beruflicher Anforderungen und veränderten Szenarien der Lebenslaufgestaltung hat auch die Weiterbildung neue Bedeutungen gewonnen. Sie ist eines der bevorzugten Veränderungsmodelle des Menschen in der modernen Gesellschaft.

Vor diesem Hintergrund ist die Weiterbildung nach einem abgeschlossenen Hochschulstudium (postgraduale oder quartäre Stufe) ein wichtiger Beitrag des Wissenschaftssystems innerhalb der Bildungskette. Mit den Advanced Studies bietet die Universität Basel Studienprogramme in modellhafter Qualität für die quartäre Bildungsstufe an.

Die Weiterbildungsstudien richten sich an Studierende, die sich mit den Grundbegriffen und Methoden wissenschaftlichen Arbeitens und dem Hochschullernen bereits auskennen, über die wichtigsten Konzepte des Fachs verfügen und ein nachhaltiges Interesse an einer Weiterbildung auf universitärem Niveau haben.

Im Interesse einer hohen Wertschöpfung im Beruf, sei es im Sinne einer vertikalen oder einer horizontalen Karriere, erfüllen die Angebote der Advanced Studies hohe inhaltliche und didaktische Standards. Gleichzeitig stehen sie für direkte Übertragung des Wissens in die Berufs- und Lebenspraxis.

Die Weiterbildungsstudien aller Formate - Studiengänge und Kurse - unter der Bezeichnung Advanced Studies teilen gemeinsame Wertvorstellungen, die sich in den folgenden Grundsätzen niederschlagen:

1 Verbindung von Wissenschaft und Berufspraxis
Die Weiterbildungsstudien erweitern die durch Ausbildung, Berufs- und Lebenserfahrung gebildeten Qualifikationsprofile optimal mit wissenschaftlich gestütztem Wissen und Können, welches im Hinblick auf neue berufliche Funktionen und Aufgabenbereiche wichtig ist.
Die Weiterbildungsstudien stellen durch Themenwahl, fachliche Inputs, Diskussionen, Fallstudien und Projekte eine direkte Verbindung zwischen dem Lernangebot und der Berufspraxis der Studierenden her. Ihr Schwerpunkt liegt auf der Stärkung der problemlösenden Fähigkeiten, welche in praxisnahen Aufgabestellungen und mit konkretem Bezug zu den Themen des Arbeitsfeldes geübt werden.


2 Persönliche Weiterentwicklung
Die Weiterbildungsstudien sind in mehrere Richtungen wertschöpfungsintensiv. Die Studierenden erwerben solide Fachkenntnisse, die als reeller Wert für die Nachqualifikation und den Karrierefortschritt dienen. Das Studium soll jedoch darüber hinaus der/dem Studierenden ermöglichen, sich auch kreativ und als Persönlichkeit weiterzuentwickeln und dadurch das Leben nachhaltig qualitativ zu bereichern.
Die Studiengänge richten sich an für neue Erkenntnisse und Erfahrungen offene berufstätige Fachpersonen. Neben dem Wissenserwerb führt die bewusst geförderte Möglichkeit, mit anderen am gleichen Thema interessierten Personen intensiv fachlich zu kommunizieren zur Entfaltung informeller Lernaktivitäten und fördert die Wertekompetenz.


3 Vernetzung
Die Weiterbildungsstudiengänge unterhalten nationale und internationale Fachbeziehungen zu den für das Sachgebiet relevanten Institutionen wie forschende Wissenschaft, Behörden, Wirtschaft, Fach- und Berufsorganisationen, Unternehmen. Die Studierenden erhalten dadurch vielfältige Gelegenheiten, Kontakte aufzubauen zu Wissensgemeinschaften und weiteren Netzwerken, die ihnen im Berufsalltag nützlich sein können.


4 Lernkultur
Die Weiterbildungsstudiengänge fördern eine anregende Lernkultur und verbinden sie mit einem hohen didaktischen Stand. Sie bieten damit bestmögliche Rahmenbedingungen für das Lernen. Die Dozierenden stellen die Lernenden in den Mittelpunkt und denken in Entwicklungsportfolios. Zielsetzungen, Inhalte und Methoden sowie die individuellen Lernbedürfnisse der Studierenden werden reflektiert und regelmässig aufdatiert.


5 Schlüsselkompetenzen

Einen Förderungsschwerpunkt der Weiterbildungsstudiengänge bilden überfachliche Kompetenzen (generic competencies), die für das Lösen von Problemen im Kontext von Beruf und Gesellschaft wichtig sind. Zu diesen Kompetenzen zählen:

  • Die Fähigkeit, Wissen und Können aus verschiedenen Fach- und Handlungsbereichen zu verknüpfen und so neue, integrierte Kompetenzen zu bilden.
  • Die Fähigkeit, das eigene Denken zu beobachten, zu reflektieren, einen Perspektivenwechsel bei der Beurteilung von Problemen vorzunehmen und so Feldabhängigkeit, z. B. in der Form von Betriebsblindheit, abzubauen.
  • Verständnis für komplexe Systeme – und ihre vielschichtigen sozialen, wirtschaftlichen, technischen, politischen, kulturellen und psychologischen Einflussgrössen.


6 Wertschätzung der Studierenden

Lehrende und Studierende arbeiten partnerschaftlich zusammen und begegnen sich auf Augenhöhe. Das Verhältnis von Dozierenden und Studierenden ist von gegenseitiger Wertschätzung geprägt. Die Studierenden sind nicht nur am eigenen Wertschöpfungsprozess, sondern am Wertschöpfungsprozess des ganzen Studiengangs beteiligt.
Die Studiengänge fördern bei den Studierenden eine hohe Eigenbeobachtung beim Lernen. Die Studierenden setzen sich mit dem Lernprozess intensiv auseinander und üben selbständig Lernzielkontrollen aus.


7 Einbettung in den Europäischen Hochschulraum (EHR) und Anerkennung der Abschlüsse; internationale Standards
Die Weiterbildungsstudiengänge orientieren sich fachlich und erwachsenenbildnerisch am internationalen Stand. Sie sind auf die Konzepte und Strukturen zur Schaffung eines einheitlichen europäischen Hochschulraums abgestimmt. Sie streben den höchsten möglichen Anerkennungswert innerhalb des europäischen Hochschulraums, im Rahmen der nationalen Hochschulakkreditierung und der Fachakkreditierung bei den Berufsorganisationen an.


8 Qualitätsentwicklung

Die Studiengänge arbeiten systematisch an der Verbesserung der Qualität und streben die Produktführerschaft im Umfeld vergleichbarer Angebote an. Die Qualitätsmassnahmen rich-ten sich einerseits auf die Erfüllung der hier dargestellten Standards und andererseits auf die Erfüllung der Anforderung, die Teilnehmenden für ihren weiteren beruflichen Entwicklungsweg bestmöglich zu qualifizieren. Beiräte aus Wissenschaft und Berufswelt begleiten die Studiengänge.


Die Advanced Studies Standards wurden erarbeitet durch das Advanced Study Centre in Zusammenarbeit mit den Leitungen der Studiengänge, Stand 30. Oktober 2010.

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